Hammerbrook - eine Zwischenwelt
Der Fläche des früheren Hammerbrook wurde als „Hammer Brook“ bezeichnet, denn die Fläche war Brook = Bruch = sumpfiges Moorland = Marschland unterhalb des Geestrückens des Ortes Hamm (der später zu einem Stadtteil von Hamburg wurde). Nach Süden bildete die Bille die Grenze.
Heute befindet sich die Fläche unter dem Geestrücken des Stadtteiles Borgfelde sowie südlich von St. Georg – der Stadtteil Hamm grenzt nach Osten. Der Heidenkampsweg teilt das westliche vom östlichen Hammerbrook. Unsere Tennisplätze befinden sich im Hochwasserbassin östlich der Teilungslinie Heidenkampsweg:

(Quelle: Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung (Kartengrundlage: FHH/LGV))
Historischer Rückblick
Vor rund 800 Jahren wurde das Hammer Brook erstmals eingedeicht – daran erinnern Straßennahmen wie Stadtdeich (Kronendeich), Grüner Deich, Bullerdeich und Hammer Deich. Die Fläche wurde hauptsächlich als Viehweide und teilweise für die Landwirtschaft genutzt.
Das Gelände wurde regelmäßig und zum Teil stark überflutet, so dass man anfing, Gräben anzulegen. Der breiteste Graben war der sogenannte „Retranchementgraben“, der heute die Fläche Hochwasserbassin vom Heidenkampsweg trennt.
„Ende des 17. Jahrhunderts begann die Besiedelung des Bereiches am Stadtdeich. Dort am Oberhafen ließen sich Fischer, Schiffer und Handwerker nieder, es entstanden einfache Katen, welche jedoch bereits kurze Zeit später durch stolze Patrizierhäuser von Kaufleuten und Holzhändlern ergänzt wurden, die sich am westlichen, stadtzugewandten Ende des Deiches ansiedelten.“ (Timm, O. (2020: 7))
In dieser Zeit „errichteten reiche Hamburger ihre Sommersitze auf dem höher gelegenen Geestrücken. Grund hierfür war der freie Blick auf die Elbe und die Harburger Berge. Diese barocken Gärten erstreckten sich weit gen Osten nach Billwärder.“ (ebd.: 8)
„Mit dem Wirtshaus „Redoute“, welches zeitgleich eine Sägemühle war und inmitten großer Holzstapel um 1845 als Wahrzeichen dieses Vorstadtbezirkes galt, formt sich ein erster Raum mit all seinen gegenseitige Beeinflussungen. Zu dieser Zeit wandelte sich das Bild der Besiedelung des Stadtdeiches erneut. Durch den florierenden (Holz-)Handel kamen immer mehr ansässige Händler zu Wohlstand. Der Stadtdeich wurde nun auch „Krondieck“ oder „Kronendeich“ genannt. Dort lebten nun vermehrt „feine Leute“, die sich von der ärmeren Umgebung, besonders dem südlichen Hammerbrook fernhielten. Dies führte dazu das die Begriffe „Unten-Hamm“ und „Oben-Hamm“ nicht nur geographische, sondern auch soziale Unterschiede wiederspielgelten.“ (ebd.: 7)
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann nach erfolgter Trockenlegung großer Flächen die Bebauung und Besiedlung des Stadtteils. Das war auch die Zeit als die Speicherstadt entstand. Die Bevölkerungszahl stieg bis 1910 auf rund 61.300 Personen. Die Bebauung steigerte sich und wurde sehr dicht. „Die Folge waren eine zu dichte Wohnbebauung, lichtlose und völlig unzureichende Wohnverhältnisse. - Das Hammerbrooker „Arbeiterparadies“ mit hohen und grauen Häusern war entstanden.“ (ebd.: 12)
Unklar ist, was der Wortbestandteil „paradies“ meint, denn die Lebensbedingungen in Hammerbrook waren alles andere als paradiesisch.
Typisch waren Wohnhäuser mit Wohnkeller, darüber vier bis fünf Stockwerke mit jeweils drei bis vier Wohnungen, was man auch als Mietskasernen für Arbeiterfamilien bezeichnen kann. „Unter der Vorderfront eines jeden zweiten Hauses führte ein Torweg in einen schmalen mit Kopfsteineinen gepflasterter Hof mit weiteren Wohnhäusern." (ebd.: 12) Die Wohnungen in den Häusern waren schlecht belüftet und unhygienisch, hatten selten Sonnenlicht. Die Wohnverhältnisse führten zu einem überdurchschnittlich hohen Anteil mit tuberkulöser Erkrankung. Höfe zum Spielen für die Kinder gab es nicht, weil die Mietskasernen so dicht aneinander standen. In den Wohnungen war es so dunkel und ungemütlich, dass als Ort der männlichen Begegnung das Wirtshaus betrachtet wurde, oft kleine Keller- oder Eckkneipen. Die Begegnungsorte für Frauen waren das Treppenhaus, die Waschküche, vor der Haustür oder beim Einkaufen. (vgl. Timm, O. (2020/2021: 15))
„Die Menschen, die hier lebten, wurden von den anderen, die nur ein paar Straßenzüge weiter nördlich, jenseits der Hammer Landstraße, wohnten, oft als ‚Proletarier‘ bezeichnet. Dort, nicht ganz so dicht gedrängt, fand sich eine eher mittelständische Bevölkerung - die Familien von Handwerkern und Facharbeitern, von Büroangestellten und kleineren Beamten.“ (Middlebrook, M. (1984): Hamburg Juli '43, S. 283, in: Timm, O. (2021: 17))
Anfang des 20. Jhd. hatte sich die einst landwirtschaftlich genutzte Marsch-Landschaft zu einem tristen Wohngebiet ohne Grün gewandelt. 1892 wurde in Hammerbrook Deutschlands erste Müllverbrennungsanlage errichtet, so dass die ehemalige Naturluft durch Luftverschmutzung verdrängt wurde.
Mit dem „Groß-Hamburg-Gesetz“ von 1937/38 wurde aus „Hammer Brook“ dann offiziell der Stadtteil „Hammerbrook“. 1939 wohnten hier rund 44.750 Personen.
Abschließend eine vom Kulturwissenschaftler Oliver Timm erstellte interaktive Karte zu Hammerbrook, über die sich der Betrachter viele historische Aufnahmen erschließen kann - für Handy-Nutzer hier ein QR-Code:

In liebevoller Kleinarbeit hat der Kulturwissenschaftler Oliver Timm zahlreiche alte Fotos und Anderes an vielen verschiedenen Standorten des Stadtteiles hinterlegt. Während seines Studiums hat er vom Sommersemester 2020 bis Ende Sommersemester 2021 drei Arbeiten zu Hammerbrook mit unterschiedlichem Fokus verfasst:
Timm, O. (2020): Das „alte, untergegangene“ Hammerbrook. Der Raum des Stadtteiles von seiner baulichen Erschließung bis zur Zerstörung der alten Strukturen 1943.
Timm, O. (2020/2021): Das sozial-politische Leben in Hammerbrook Ende der Weimarer Republik. – Eine Kulturanalyse.
Timm, O. (2021): Hammerbrook in der Nacht des Feuersturms 27./28.Juli 1943 - und dessen Auswirkungen
Alle drei Artikel und weitere Artikel befinden sich in REsearch-REmind-REact - Nationalsozialismus in Hamburg-Hammerbrook. Ein Erinnerungsort entsteht.
Eine weitere Quelle für Historisches zu Hammerbrook ist die Audio-Tour Von Kanälen, Krieg und Kraftwerken
Der zweite Weltkrieg
Um Hammerbrook zu verstehen, ist zu berücksichtigen, dass die Deutschen im zweiten Weltkrieg rund acht Monate eine Luftschlacht um England führten und sich dabei auf London und die Zivilbevölkerung konzentrierten - die Engländer nannten es The Blitz.
Die britischen Luftstreitkräfte antworteten mit Bombardements deutscher Städte - der schlimmsten Schlag traf Hamburg und seine Arbeiter-Viertel mit der Operation Gomorrha:
Nach dem Krieg
Nach dem Krieg lebten hier nur noch wenige hundert Menschen, und die Stadt beschloss, den Stadtteil nicht wieder aufzubauen. Es siedelten sich zaghaft wenige Gewerbetreibende an - außerdem waren hier Standorte der Hamburger Wasserwerke und der Stadtreinigung.
„Der Architekt Fritz Schumacher, bereits 1909 zum Hochbauamtsleiter der Baudeputation berufen, hatte die Vision, eine neue Baukultur zu schaffen. Er strebte an, städtische Funktionen neu zu ordnen, indem er Wohn- und Arbeitsgebiete klar trennte. Er betonte die Notwendigkeit, Wohngebiete auf der trockenen Geest und Arbeitsgebiete in der nassen Marsch anzulegen. Schumacher hielt nach den Kriegszerstörungen an dieser Vision fest und lehnte den Wiederaufbau von Wohnungen in der Marsch, wie Hammerbrook und Wilhelmsburg, in einer Rede im Hamburger Rathaus am 10. Oktober 1945 ab. Er nannte Stadtteile in dieser Lage »erzwungenes Wohnland«.“ (Letzte Seite in: Timm, O. (2025): Hamburg-Hammerbrook: Raum im Wandel der Zeit, Hamburger Journal für Kulturanthropologie (HJK), 18, 19–36)
So war Hammerbrook eine triste Fläche, die seit 1980 als „City Süd“ offiziell zu einem Gewerbe, Büro- und Verwaltungs-Stadtteil wurde. In dieser Zeit entstand mit dem Bau der Harburger S-Bahnstrecke der Bahnhof Hammerbrook. Da keine Wohn-Besiedelung stattfand, wurden auch in 1990 nur rund 480 Einwohner gezählt. 2019 waren es immerhin rund 2.450, Ende 2024 waren es rund 7.000.
Die Stadt hatte sich schließlich doch entschlossen aus dem Gewerbe-und Verwaltungs-Stadtteil einen Stadtteil zum Wohnen und Leben zu machen. So sind auf der Seite des Bezirksamtes Mitte fünf Planverfahren im Stadtteil Hammerbrook zu finden:
Hammerbrook 9 - Sicherung des Alster-Elbe-Grünzugs
Hammerbrook 10 - Wohnen und Arbeiten am Sonninkanal
Hammerbrook 12 – Sonninpark
Hammerbrook 14 - Hammerbrooklyn - Digitaler Campus
Hammerbrook 15 - Bürostandort Spaldingstraße / Albertstraße
Der Stadtteil befindet sich also in einem interessanten Wandlungsprozess. Geplant ist unter anderem der "Brückenschlag zur HafenCity mit dem Oberhafenquartier" (Quelle).
Einkommensverteilung
Von Südwesten bis Nordwesten grenzen an den Stadtteil Hammerbrook die Stadtteile Hafencity, HH-Altstadt & St. Georg, in denen Personen mit mittlerem und hohem Einkommen leben und wohnen, während sich von Südosten bis Nordosten die Stadtteile Rothenburgsort, Hamm & Borgfelde mit geringem bis mittlerem Einkommen befinden. Die Tennisanlage befindet sich neben dem roten Punkt am Hochwasserbassin:

Für die Farben der Grafik gilt: je blauer, desto höher das Einkommen und je roter, desto geringer das Einkommen und schließlich je stärker der Farbton, desto mehr Haushalte. (Quelle)
Im Vergleich zum Hamburger Durchschnitt leben hier deutlich mehr Ausländer/innen, mehr Arbeitslose und SGB II Leistungsempfänger sowie mehr unter 15jährige in Mindestsicherung.
In den Kanälen siedeln sich zunehmend Hausboote an, die sich nur Menschen mit hohem Einkommen und/oder Vermögen leisten können. Zudem gibt es ein Areal, das sich Hammerbrooklyn nennt und als eine Inkubator- und Start-Up-Szene versteht und dessen städtebauliche Entwicklung noch im Prozess ist.
Um und nach der Jahrtausendwende
Kurz vor dem Millenium-Wechsel wurde die 1893-1894 errichtete Desinfektionsanstalt im Jahr 1997 als Atelierhaus Bullerdeich (elf Ateliers und Werkstätten) einer neuen Nutzung zugeführt. Und kurz nach dem Millenium-Wechsel öffnete im Jahr 2001 der Bürokomplex Berliner Bogen seine Pforten.
Rund zehn Jahre später gab die Stadt die Fläche und die Gebäude der ehemaligen Wasserwerke für eine neue Nutzung frei und es zog dort u. a. in 2014 der Techno-Club Südpol (Kulturelles Neuland - Keimzelle für künstlerische Zonen e.V.) in eines der Gebäude ein.
Nachdem der Club nach Corona in ernsten finanziellen Schwierigkeiten steckte, drohte ihm nun - ein Jahr nach der Jubiläumsfeier - erneut das Aus wegen finanziellen Notstands. Mit einer Crowdfunding-Kampagne hat die Community den Club zum Jahresende gerettet, so dass zum Januar 2026 ein Neustart möglich wurde.
Der Verein Kulturelles Neuland hat bereits bei Gründung des Südpol die Vision gehabt, dass das Gewerbegebiet Hammerbrook, das ab 17 Uhr nahezu menschenleer wird, sich zu einem Stadtteil entwickeln wird, der später einmal eine kulturelle Bedeutung haben wird - daran arbeitet der Verein bis heute und in der Zukunft.
Ein Meilenstein war 2019 der auf der Bezirksversammlung beschlossene Bestandsschutz des gesamten Kreativ- und Kunst-Campus mit der Nutzungsart "Kreativ, Kunst und Kultur mit Versammlungsstätte". Die an die Gebäude angrenzenden Grünflächen sollen "im angemessenen Umfang für eine Sondernutzung zu künstlerischen oder kreativen Zwecken ausgewiesen werden".
Inzwischen ist der neu entstandene Stadteil Hafencity fast fertig und mit ihm sind auch Studentenwohnheime in Hammerbrook entstanden.
Im The Fizz zahlen Studierende für möblierte Zimmer von 17-25m² zwischen 700 bis 1.000 Euro.
Auch die Graffiti-Szene hat den Stadtteil für sich entdeckt:
Neben der immer wieder neue Wände nutzenden Graffiti-Szene gibt es mit dem OZM Hammerbrooklyn Exponat einen festen Ort in Hammerbrook, der selbst ein riesiges Graffiti ist:
So ergibt sich zwischen dem Atelierhaus Bullerdeich im Süden Hammerbrooks und dem OZM an der Nordspitze des Stadtteiles ein interessanter Spannungsbogen des künstlerischen Lebens.
An der Südspitze - gegenüber dem Atelierhaus Bullerdeich - hat sich eine rührige Bürgerinitiative gebildet, deren formale Organisationsform Hallo: Verein zur Förderung raumöffnender Kultur ist und die zudem von der BUKEA (früher Umweltbehörde) unterstützt wird. Diese Initiative hat die brachliegende Fläche des Alten Recyclinghofes (früher war hier die 1892 gegründete Müllverbrennungsanlage) für sich entdeckt, um dort Veranstaltungen durchzuführen, gärtnerisch tätig zu sein und sportlich aktiv zu sein - die Webseite beinhaltet ein weites Spektrum verschiedener Aktivitäten. Die Zusammenarbeit mit der BUKEA betrifft das Projekt-Netzwerk PARKS, für das eigentlich nur eine Lebensdauer von einigen Monaten im Jahr 2019 vorgesehen war, welches aber noch heute existiert und in einem kleinen Backsteingebäude am Bullerdeich beheimatet ist.
Seit dem Millenium zeigt sich also, dass es in Hammerbrook nicht mehr so menschenleer ist wie noch im Jahr 1990, wo es lediglich rund 500 Einwohner und Tausende von Büro-Arbeitenden gab. Es ist vielfältiges Leben in diesen Stadtteil eingekehrt und er befindet sich weiterhin in einem interessanten Entwicklungsprozess.
grün und sportlich
Der aktuell wohl wichtigste Entwicklungsprozess ist die Umsetzung der zu Beginn der 1990er ersonnenen Grünstreifen-Idee, die mit Unterstützung von Geldmitteln des Bundes nun endlich realisiert werden soll - Start ist der Oktober 2026. Die Vollendung wird vermutlich um 2030 sein - schaun mer mal.
Zu berücksichtigen ist dabei, dass das Gebiet des Alten Stoltenpark bis 1980 ein Grüngebiet war.
Das Grün wurde dann durch den Sport verdrängt - übrig blieb lediglich die Nordspitze des Alten Stoltenpark neben dem späteren Berliner Bogen sowie eine Grünfläche auf dem Areal der ehemaligen Wasserwerke:

(Quelle: Google Earth)

(Quelle: Google Earth)
Unter die Nordspitze kam ein Fußballfeld und darunter wurde die größte Tennisanlage Hamburgs errichtet (22 Außenplätze plus eine 3-Feld-Halle). Jahre vor Boris und Steffi tobte ab 1980 das Tennisleben der Betriebssportler. Doch 30 Jahre später spürte auch der Betriebssportverband das schwindende Interesse an der Sportart Tennis und mit dem Rückzug von manchen Firmen, die die Tennisplätze erbaut und genutzt hatten, wurden plötzlich nur noch rund die Hälfte der Tennisplätze von Betriebssportlern bespielt. Langsam wurden die frei gewordenen Plätze der Nutzung durch den 'gemeinen' Bürger zugeführt. Vor einigen Jahren hat der Hochschulsport diesen Standort für sich entdeckt und viele Studierende können in Kursen im Sommersemester ihre Tennisbegeisterung ausleben. Die in die Jahre gekommene Tennishalle wird vermutlich in den 2030ern abgerissen und durch eine neue Mehrzweckhalle ersetzt - die Planung dafür ist noch sehr luftig.
„Ebenso befindet sich in unmittelbarer Nähe die bezirkliche Oskar-Keßlau-Sportanlage, auf der sich der Sporting Clube de Hamburg von 1983 e.V., der Africa Talents Football Club, Somali Community Hamburg und der Betriebssportverband Hamburg die Zeiten für den Trainings- und Spielbetrieb im Fußball teilen. Ebenso befindet sich dort die bezirkliche Sportanlage Wendenstraße, die die Fußballvereine FC Elazigspor und Hamburg Fatihspor sowie der Betriebssportverband Hamburg für den Trainings- und Spielbetrieb nutzen. In der schulischen Dreifeldhalle Sorbenstraße gehen zudem der SC Hamm 02 die Hamburger Turnerschaft sowie die Kroatische Kulturgemeinschaft dem Handballsport nach. Zudem bietet der Verein Sportspaß in dieser Halle Badminton und Volleyball sowie die Elbspeeders Speed-Badminton an. […] Außerdem befinden sich die Oskar-Keßlau-Sportanlage sowie die Sportanlage Wendenstraße in Hammerbrook. Durch Wohnungsbauvorhaben (geplant ist die Schaffung von rd. 2.600 Wohneinheiten, was einem Zuwachs der Bevölkerung von ca. 5.700 Bewohnerinnen und Bewohnern entspricht) wird mit einem Zuwachs der Bevölkerung um ca. 145% gerechnet. Durch den Alster-Elbe-Bille-Grünzug wird zudem eine durchgängige grüne Verbindung zwischen Alster und Elbe in Teilabschnitten (u. a. Park am Hochwasserbassin) realisiert, welche eine hohe Bedeutung für die Grünvernetzung, die Erholungsqualität oder als Fuß- und Radwegeverbindung aufweist. Durch dieses Vorhaben wird der Erholungs- und Freizeitwert in dem bisher sehr durch Gewerbe dominierten Stadtteil erhöht und die Menschen dazu animiert sich vor Ort draußen zu bewegen und in der Freizeit nicht in andere Sozialräume zu gehen. Die Projektidee Nr. 36 „Sport- und Bewegungsraum im Park am Hochwasserbassin“, die für diesen Sozialraum eingebracht wurde, möchte an der o.g. Entwicklungsplanung anknüpfen. Vorgesehen ist die Stärkung des vereinsungebundenen Sports im öffentlichen Raum durch entsprechende Gestaltung des Außenraums.“
(Quelle: Mitte machen - Sport, Bewegung und soziale Infrastruktur im Hamburger Osten (2021: 14f)
Der letzte Satz verweist auf vereinsungebundenen Sport im öffentlichen Raum. Unser Tennisverein ist das Gegenteil - vereinsgebunden in einem nicht-öffentlichen Raum, weil eingezäunt. Das ist wichtig im Zusammenhang des Gesamtgebildes der Sportangebote im Stadtteil.
„Der Sport ist ein sozialer Anker und „Klebstoff“ mit einer hohen integrativen Kraft, der in Zeiten von sich verändernden Sozialräumen, durch Wachstum der Bevölkerung und deren steigender Heterogenität im Quartier benötigt wird.“ (ebd., S. 20)
Angrenzend an Hammerbrook gibt es weitere Sport-Projekte wie den Sports-Dome und den Elb-Dome.
Abschließend sei erwähnt, dass die Darstellungen auf dieser Seite nur einen kleinen Teil der Vielfalt des aufblühenden Stadtteiles Hammerbrook erfassen und es noch viel mehr zu sagen gäbe. Doch ist die Auswahl hoffentlich repräsentativ für die Wörter "Vielfalt" und "lebendig".
